Studentische Ernährung in Schweden

Heute soll es mal darum gehen, wie man sich denn so in Schweden ernährt. Bevor ich hierher gefahren bin hatte ich davon ja so einige Vorstellungen: Fast jeden Tag selbst kochen, auch immer mal schön mit Fleisch aber auch mal anfangen regelmäßig Fisch zu essen etc… was davon nun Traum war und was Realität ist wird im Folgendem genauer erläutert.

Meernähe = viel Fisch – oder nicht?

Also  ich lebe ja in Karlskrona, das ist eine Stadt die über mehrere Inseln verteilt an der Ostsee liegt. Ich laufe gerade mal so 5 Minuten bis zur Ostsee. Da wirds doch wohl viel Fisch geben! Ich meine Fisch ist nicht gerade meine Lieblingsspeise, aber was nicht ist kann ja noch werden und gesund ist es ja allemal!

Fehlanzeige, leider. Es gibt wohl einen kleinen Fischmarkt, aber relativ weit entfernt (~1h zu Fuß) und der ist wohl auch ziemlich teuer. Im Supermarkt gibt es nicht wirklich so viel Fisch wie man es erwarten würde. Selbst zu unserem Begrüßungsdinner gab es ja nur Geflügel. Was es gibt ist viel Kaviarcreme… aber: Nein danke!  Ok also kein Fisch. Aber dann wirds doch wenigstens ordentliches Fleisch geben oder? Ich mach mir ja zu Hause auch sehr gerne Schweinenackensteak in der Pfanne (700g bei netto für 2.89€ wenn ich mich nicht irre!) mit ordentlich Gewürzen. Das wird man hier ja wohl auch machen können oder?

Jein… Fleisch ist hier verdammt teuer. Wenn man so das Regal lang läuft dann sind die meisten pro Kilogramm Preise so um die 12€ – es gibt da auch locker mal was für über 20€ pro Kilogramm. Irgendwann kommen dann die für ~9€ und wenn man ganz viel Glück hat, dann gibt es noch etwas halbwegs akzeptables für 6 bis 7€ pro Kilo.

Fleisch ist ja nicht alles…

Zum Glück ist Fleisch ja nicht alles und man kann noch vieles mehr essen, zum Beispiel Müsli! Die Auswahl an verschiedenen Müslisorten hier ist wirklich erstaunlich, da gibt es beinahe 3 Regale nebeneinander nur mit unterschiedlichen Müslisorten – was auch darin resultiert, dass ich teilweise mehr als 5 verschiedene Sorten in meiner Wohnung habe. Ich esse halt gerne Müsli. Die Müslipreise sind leider auch nicht die billigsten.. vernünftig, wie ich nun mal bin, kaufe ich schon meistens das billigere Müsli das kostet dann pro Kilogramm aber auch zwischen 3€ und 5.50€. Nichts wovon man arm wird aber schon etwas teurer als in Deutschland…

Der derzeitige Mueslivorrat (ok und die Nougat Bits)

Der derzeitige Mueslivorrat (ok und die Nougat Bits)


Apropos: die gute alte Nutella hat es nicht nur kalorinenmäßig in sich! Hier schreckt auch schon der reine Preis vom Kauf ab (so sehr, dass ich gar nicht mehr weiß wie teuer sei denn genau war). Auch die Kinderschokolade ist manchen Orts sehr teuer. Am billigsten sind da noch 6 Riegel für 1.60€.

Und etwas sehr wichtiges habe ich noch vergessen: Milch! Wer mich gut kennt weiß, dass ich am Tag gerne mal einen ganzen Liter Milch trinke. Da schlägt hier der Liter mit 0.81€ im Vergleich zu Deutschland auch ganz gut zu Buche… auch gibt es keine haltbare Milch (bzw. bei LiDL gibt es die doch, sie kostet aber glaube ich ~1.20€ pro Liter) wodurch ich dann doch etwas öfter einkaufen gehen muss.

Und das gute Eis von dem ich schon berichtete gibt es hier leider seit Anfang Oktober auch nicht mehr… die Eisdiele hat Winterpause :-/

Und was ess ich hier jetzt?

Naja bei Milch gibt es da keine Diskussion! Die brauch ich, ein Morgen ohne Müsli oder Kakao ist ein schlechter Morgen! Die muss also gekauft werden. Komme was wolle.

Ansonsten sind Nudeln (~1€ pro Kilo) und Kartoffeln (0.80€ das Kilo) erschwinglich – natürlich gibt es auch noch das gesunde Obst! Da kosten beispielsweise die Äpfel nur ~1.50€ pro Kilogramm was auch mehr als nur ok ist.

Natürlich koch ich hier viel, wie ich es mir auch gedacht habe – eigentlich jeden Tag. In meinem Zimmer habe ich direkt 2 Herdplatten die zum Kochen wunderbar geeignet sind, oft gibt es Nudeln (mit vielen Gewürzen verfeinert – davon hab ich inzwischen auch schon 8 verschiedene) und auch gerne mal Kartoffeln. Zu den Kartoffeln gibt es dann auch ab und zu Rostbratwürste. Was ich hier auch sehr gerne mache sind Pfannkuchen (bzw. Eierkuchen) – gehen schnell, schmecken und machen satt! Außerdem gibt es natürlich früh immer schön Müsli (und manchmal auch Abends/Mittags wenn ich faul bin oder/und es eilig habe).

Es gibt auch eine Gemeinschaftsküche mit einem Gemeinschaftsherd, den man benutzen kann, letztens haben wir beispielsweise selbst Pizza gebacken, was auch sehr lecker und nahrhaft war.

Auch gibt es hier sehr viel Wraps… also diese Mexikanischen „Teigverpackungen“ – die und schöne scharfe Soße kann man sich hier in jedem Supermarkt kaufen und sie dann mit allem füllen was einem lieb ist. Persönlich bestreiche ich sie gerne von innen mit Frischkäse, scharfer Sauce und einem bestimmten Gewürzmix. Dann werden sie noch mit allem befüllt auf das man gerade Lust hat. Sehr gut schmeckt es auch ganz vegetarisch mit Mais und roter Parika. Oder man nimmt einfach ein paar Köttbullar.

Ein paar Köttbullar

Achja, Köttbullar. Das ist soetwas speziell schwedisches und das billigste Fleisch an das man hier wohl kommt, es sind ganz kleine Minifrikadellen (siehe Bild). Man kann sie eigentlich fast überall dazu essen.

Und etwas Fisch gibt es doch – in Form von Fischstäbchen, die hier auch sehr billig sind. Mit Kartoffeln und etwas Ketchup schmeckt das gut und erweckt Erinnerungen an die Kindheit (nun gut für mich abgesehen von den Kartoffeln, die ich damals noch verschmäht habe).

Wirklich essen gegangen (auf eigene Kosten) bin ich hier erst vier mal. Zweimal Mc Donalds (ein mal davon ganz am Anfang, um erst mal ein Glas zu haben). Ein mal bei Maxburger in Hoffnung auf einen besseren Burger. Und ein mal schließlich in der stars&stripes Sportsbar, was mich inklusive eines Biers dann auch fast 30€ gekostet hat. Fazit: naja. Ich freu mich mal wieder im Bird oder Hardrock Cafe zu landen. Döner hab ich hier noch gar nicht probiert, denn 5€ für einen Döner sehe ich dann auch irgendwie nicht sein.

(teurer) Burger bei Stars & Stripes

Da ich aber auch gerne selbst koche habe ich mir auch schon einige male Burger selbst gemacht, einfach etwas Hack gekauft (Das Kilo kostet „nur“ 6€ – dafür gibts sogar deutsches Hack!) und die Burger selbst gemacht – schmeckt besser als alles was ich hier bis jetzt sonst in diese Richtung gegessen habe. Und billiger ist das dann auch noch 😉

Man mag sich jetzt fragen: „Gibts da denn keine Mensa?“ Und die Antwort lautet: „Nicht wirklich“ – es gibt ein „Café J“ Bistro wo man scheinbar ganz gut essen gehen kann, das kostet dann aber auch glaube ich gute 6€, da lauf ich lieber die 5 Minuten zum Studentenwohnheim und mach mir selbst was bzw. schmier mir eine Stulle.

Und der Alkohol?

Alkohol gehört ja doch irgendwie zur studentischen Ernährung…  und wie sieht es damit nun genau in Schweden aus? Naja alles was mehr als 3.5% hat darf nur im Systembolaget gekauft werden, was eine staatliche Kette ist. Staatliches Monopol ole!

Das „Wasserbier“ der Supermärkte gibt es aber manchmal erschreckend günstig – 1.50€ für einen Sixer im Ausnahmefall (meist aber doch teurer). Im Systembolaget wird es dann nochmal teurer aber auch nicht so schlimm, ein normales Bier kann man da auch schon ab 1.30€ kriegen (das ist dann aber glaube ich nur 0.33).

Und Whiskey? Naja ich behaupte mal, dass ich meine letzte Flasche Jameson (0.7l) zu Hause für ~ 15€ erworben habe. Hier würde ich locker das doppelte bezahlen. Zum Glück genieße ich Whiskey und habe demzufolge noch welchen da!

Zusammenfassend

Schweden ist deutlich teurer als Deutschland, das merkt man vor allem auch beim Essen. Da mein Zimmer aber ideal liegt (5 Minuten zur Uni und 30 Meter zu dem Ort wo die Party meistens anfängt) ist das kein Problem, da koche ich halt mehr und werde in Zukunft hoffentlich auch noch ein paar neue Rezepte lernen.

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