EILC – ERASMUS Intensive Language Course

Der EILC ist ein intensiver Sprachkurs, der während des ERASMUS-Austauschprogramms für weniger populäre Sprachen angeboten wird, damit auch die ausländischen Studenten, die in diese Länder gehen, die Sprache vorher lernen können.

Es hat sich in der Tat als sehr schwer erwiesen, in Potsdam und Umgebung (inklusive Berlin) einen Schwedischkurs für Anfänger zu finden. So war alles, was mir vorher übrig blieb, mich so ein bischen mit online Material vorzubereiten. Dafür hatte ich aber leider auch nicht so viel Zeit. Zum Glück wurde ich für den EILC in Karlskrona an der Universität angenommen, an der ich hier auch studieren werde. So ging ich mit wenig Vorwissen in diesen Kurs – das war und ist aber überhaupt kein Problem! Aber selbst wenn man schon etwas Vorwissen hat, ist der Kurs wohl eine gute Auffrischung des Wissens.

Die Zusammensetzung des Kurses

Die Gruppe nach dem Eisessen

Unser Kurs ist für 28 Menschen vorgesehen, die dann 3 Wochen lang Schwedisch lernen sollen. Von diesen 28 ist einer nie aufgetaucht, so das sich nationsmäßig insgesamt folgende Verteilung ergibt:

  • 14 Deutsche
  • 2 Österreicher
  • 3 Polen
  • 2 Spanier
  • 1 Italienerin
  • 1 Französin
  • 1 Litauerin
  • 2 Tschechen
  • 1 Türkin

Besonders die erste Zahl (unter Umständen kombiniert mit der Zweiten) ist etwas erschreckend – vor allem wenn man am ersten Tag im „international office“ schon mit „Seid ihr auch Deutsche?“ begrüßt wird.

Nicht, dass ich etwas gegen Deutsche hätte, aber es ist schon merkwürdig wenn man in ein fremdes Land geht um die dortige Kultur und die Kulturen der anderen internationalen Studenten kennenzulernen, dort aber wahnsinnig viele Deutsche sind. Das ganze hat sogar darin resultiert, dass sich beim Willkommensessen kein Deutscher neben einen anderen Deutschen setzen durfte, so dass wir die Anderen kennenlernen konnten. Eine gute Maßnahme!

So ist der kulturelle Mix doch sehr gut gelungen und es ist glücklicherweise keineswegs so, dass ich „nur“ mit den Deutschen rumhänge sondern mit allen. Alle sind sehr nett, aufgeschlossen (Ein Pole hat mir Polenwitze erzählt!) und haben Lust darauf feiern zu gehen. Eigentlich machen wir fast jeden Tag etwas zusammen in der Gruppe – egal ob wir uns nun auf einer Inselt treffen um zu Grillen, Baden gehen oder uns Abends im Gemeinschaftsraum treffen um was zu trinken. Umgangssprache ist dabei Englisch und selbst wenn man sich gerade mal nur mit Deutschen unterhält ist die Umgangssprache meistens Englisch, was bis jetzt immer sehr gut funktioniert hat.

Die vom Sprachkurs organisierten Tätigkeiten

Neben den von uns intern (über eine Facebookgruppe) organisierten Tätigkeiten veranstaltet das international Office (in Form von Lina – quasi unsere Bespaßerin und Betreuerin) noch zahlreiche andere kostenlose Tätigkeiten. Hier mal eine kleine Auflistung von allem was wir bis jetzt auf Kosten der Uni (und damit wohl Schwedens oder der EU) gemacht haben:

  • Ein Orup Konzert (berühmter schwedischer „Schlagersänger“)
  • Ein Willkommensessen (leider ohne schwedische Spezialitäten)
  • Ein sehr großes Eis
  • Ein Besuch im Marinemuseum Karlskrona (leider ohne WASA – die ist in Stockholm, in Karlskrona gab es deswegen gar nichts über sie)
  • Den wunderbaren Inseltrip (im letzten Post gibt es die Bilder)
  • Gestern Paddeln und Krebse essen
  • Der Sprachkurs an sich kostet auch keinen Cent
  • und sicherlich noch einiges anderes (was ich vergessen habe bzw. noch kommt: morgen fahren wir nach Aspö – noch eine Insel)

Die Gruppe beim Kubb spielen

Insgesamt ist das alles sehr spaßig gewesen, sogar auf dem Urup-Konzert hatten wir unseren Spaß. Wegen all diesen Tätigkeiten fiel auch öfter mal der Unterricht aus, weshalb dieser mehr zu einem zweiwöchigen Kurs zusammengeschrumpft ist als zu einem dreiwöchigen Kurs. Apropos Sprachkurs darum ging hier ja eigentlich…

Der Sprachkurs

Der Sprachkurs an sich ist sehr entspannt und man überarbeitet sich dafür auf keinen Fall, besonders wenn man aus Deutschland kommt. Man kann einige Vokabeln entweder aus dem Deutschen oder dem Englischen entnehmen und die Grammatik ist, bis auf einige Ausnahmen, der deutschen Grammatik sehr ähnlich.

Unterricht ist (eigentlich) jeden Tag von 10:00 bis 15:00 mit Pausen von 11:15 bis 11:30 und 12:30 bis 13:00. Da ich nur 5 Minuten zur Uni laufen muss reicht letztere locker aus um noch ein mal schnell Essen zu gehen.

Manchmal fällt der gesamte Kurs aus weil wir etwas mit Lina unternehmen, manchmal nur der Nachmittagsunterricht. Und manchmal wird auch etwas früher Schluss gemacht, weil wir so gut waren 🙂 Natürlich komtm es auch vor, das wirklich den ganzen Tag wie angekündigt Unterricht ist. Unsere beide Lehrerinen (Ann-Katrin und Anna) sind beide sehr nett und vermitteln für mein Verständnis, die Sprache sehr gut. Der Unterricht macht Spaß und ist fordernd ohne zu überfordern.

Heute war unsere erste benotete mündliche Prüfung. Aufgabe war es zu zweit oder zu dritt einen Dialog vorzutragen der Themen beinhaltete wie: Wie geht es uns, was haben wir gegessen, wie sieht unser Zimmer aus, was haben wir an, was studieren wir und warum studieren wir überhaupt etc… . Für uns lief das sehr gut – volle Punktzahl!

Insgesamt sind wir also inzwischen fähig etwas Smalltalk auf Schwedisch zu machen und natürlich auch auf Schwedisch einkaufen zu gehen – allerdings ist die Kommunikation mit echten Schweden auf Schwedisch immer noch sehr schwer. Da sie aber fast alle sehr gutes Englisch sprechen ist das kein Problem und wir haben auch schon einige sehr nette Schweden kennengelernt – gerade sind Einführungswochen und sie feiern hier jeden Tag. Und wir haben Prüfungen… Donnerstag geht es mit schriftlichen Grammatikklausur weiter, na das kann ja ein Spaß werden… ich glaube ich sollte hier erstmal Schluss machen und nochmal ein Blick ins Schwedischbuch werfen!

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Über PragTob

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2 Antworten zu EILC – ERASMUS Intensive Language Course

  1. OBi schreibt:

    Hi Tobi,

    na dann seid ihr ja ganz international. Und das mit den vielen Deutschen hast Du ueberall. Weiterhin viel Spass. Kannst Du uns noch sagen, was WASA ist ? Ich kenne das nur als Knaeckebrot.

    Dein OBi

  2. PragTob schreibt:

    Mein Opa mütterlicherseits (morfar in Schwedisch) wäre jetzt sehr enttäuscht von dir! Die Wasa war zu ihrer Zeit das größte Schlachtschiff der schwedischen Flotte (wenn ich mich nicht irre), ich glaube so 17. Jahrhunder, es ist auf seiner Jungferfahrt kurz vorm Hafen von Karlskrona gesunken. Wikipedia sagt dazu folgendes: „Die Vasa (oder Wasa) ist ein schwedisches Kriegsschiff, das am 10. August 1628 auf seiner Jungfernfahrt sank. Nach seiner Auffindung 1956 und Bergung 1961 ist es heute restauriert im Vasa-Museum in Stockholm zu besichtigen.

    Der Name des Schiffes stammt vom Symbol der schwedischen Königsdynastie Vasa ab, einer Ährengarbe (schwedisch: vasa).“

    Und ja wir sind in der Tat sehr international, mit den ganzen neuen ERASMUS-Studenten kommen auch noch einige neue hinzu.

    Tobi

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